Als Potenzmittel werden umgangssprachlich unterschiedliche Produkte bezeichnet, die sexuelle Funktion oder Leistungsfähigkeit beeinflussen sollen. Der Begriff ist unscharf: Er kann zugelassene Arzneimittel, Medizinprodukte, Nahrungsergänzungsmittel oder nicht zugelassene Angebote meinen.
Arzneimittel bei erektiler Dysfunktion
Zu den etablierten Arzneimitteln gehören PDE-5-Hemmer wie Sildenafil und Tadalafil. Sie unterstützen bei sexueller Stimulation die natürliche Erektionsreaktion, erzeugen aber keine automatische Erektion und steigern nicht grundsätzlich die sexuelle Lust.
Nicht jede sexuelle Beschwerde ist gleich
Erektionsstörung, vorzeitige Ejakulation und vermindertes Lustempfinden sind unterschiedliche Probleme. Dapoxetin ist beispielsweise zur Behandlung bestimmter Formen der vorzeitigen Ejakulation vorgesehen und kein klassisches Mittel gegen Erektionsstörungen.
Vorsicht bei frei beworbenen Produkten
„Natürlich“, „pflanzlich“ oder „rezeptfrei“ bedeutet nicht automatisch wirksam oder risikofrei. Nahrungsergänzungsmittel müssen ihre Wirksamkeit bei Erektionsstörungen nicht wie zugelassene Arzneimittel belegen. Nicht deklarierte Wirkstoffe und Fälschungen können erhebliche Risiken verursachen.
Die Behandlung sollte sich nach der medizinischen Ursache richten und nicht allein nach Werbeversprechen.
