Ein einzelnes Erektionsproblem nach wenig Schlaf, Stress oder hohem Alkoholkonsum ist meist kein Grund zur Panik. Wenn Schwierigkeiten jedoch wiederholt auftreten, über längere Zeit bestehen oder stark belasten, sollten sie medizinisch abgeklärt werden.
Vereinbaren Sie einen regulären Termin, wenn …
- Erektionsprobleme immer wieder auftreten;
- die Beschwerden zunehmen oder über Wochen bestehen bleiben;
- gleichzeitig die sexuelle Lust deutlich nachlässt;
- Schmerzen, eine neue Verkrümmung oder tastbare Verhärtungen am Penis auftreten;
- Probleme beim Wasserlassen oder andere urologische Beschwerden hinzukommen;
- Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt sind;
- die Beschwerden nach Beginn oder Änderung eines Medikaments aufgetreten sind;
- Stress, Angst oder depressive Beschwerden die Sexualität oder den Alltag stark beeinträchtigen.
Die erste Anlaufstelle kann eine hausärztliche oder urologische Praxis sein. Je nach möglicher Ursache können weitere Fachrichtungen einbezogen werden.
Wann ist rasche medizinische Hilfe erforderlich?
Sofortige Hilfe ist wichtig, wenn eine schmerzhafte Erektion mehrere Stunden anhält, insbesondere ab etwa vier Stunden. Ein solcher Priapismus kann Gewebe schädigen und muss als Notfall behandelt werden.
Auch plötzlich auftretende starke Schmerzen, eine akute Verletzung, Brustschmerzen, schwere Atemnot oder neurologische Ausfälle erfordern eine umgehende medizinische Beurteilung. Bei akuten lebensbedrohlichen Beschwerden gilt in Deutschland der Notruf 112.
Was passiert beim ersten Termin?
Das Gespräch ist vertraulich. Üblicherweise wird nach Beginn, Häufigkeit und Situation der Beschwerden gefragt. Ebenso wichtig sind Vorerkrankungen, Medikamente, Rauchen, Alkohol, psychische Belastungen und die partnerschaftliche Situation.
Zur Untersuchung können Blutdruckmessung und eine körperliche Untersuchung gehören. Abhängig von Alter und Risikoprofil können unter anderem Blutzucker, Blutfette und Testosteron bestimmt werden. Nicht jede Person benötigt sofort umfangreiche Spezialdiagnostik.
Warum nicht einfach online ein Mittel bestellen?
Erektionsprobleme können ein frühes Zeichen behandelbarer Erkrankungen sein. Außerdem sind PDE-5-Hemmer nicht für jede Person geeignet. Die gleichzeitige Einnahme mit Nitraten beziehungsweise Stickstoffmonoxid-Donatoren ist kontraindiziert, weil der Blutdruck gefährlich abfallen kann. Auch andere Erkrankungen und Medikamente müssen berücksichtigt werden.
Angebote verschreibungspflichtiger Arzneimittel ohne erforderliche ärztliche Verordnung sind ein Warnsignal. Gefälschte oder falsch dosierte Produkte können erhebliche Risiken verursachen.
Diese Seite ersetzt keine Untersuchung. Bei akuten oder schweren Beschwerden wenden Sie sich bitte unmittelbar an medizinisches Fachpersonal.
Quellen
- European Association of Urology: Management of Erectile Dysfunction, https://uroweb.org/guidelines/sexual-and-reproductive-health/chapter/management-of-erectile-dysfunction
- NHS: Erectile dysfunction (impotence), https://www.nhs.uk/conditions/erection-problems-erectile-dysfunction/
- European Medicines Agency: Viagra, https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/viagra
