Sildenafil ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer. In der Europäischen Union sind sildenafilhaltige Arzneimittel zur Behandlung erwachsener Männer mit erektiler Dysfunktion zugelassen. Dabei besteht die Schwierigkeit, eine für eine zufriedenstellende sexuelle Aktivität ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.

Wie wirkt Sildenafil?

Bei sexueller Stimulation wird im Penis ein Botenstoffsystem aktiviert, das die glatte Muskulatur entspannt und den Bluteinstrom in das Schwellkörpergewebe erleichtert. Das Enzym PDE-5 baut einen beteiligten Botenstoff ab. Sildenafil hemmt dieses Enzym und kann dadurch die natürliche Erektionsreaktion unterstützen.

Sildenafil löst ohne sexuelle Erregung keine automatische Erektion aus. Es steigert auch nicht grundsätzlich die sexuelle Lust und behandelt nicht jede mögliche Ursache einer Erektionsstörung.

Anwendung nur nach individueller Verordnung

Welche Dosis geeignet ist, hängt unter anderem von Wirkung, Verträglichkeit, Begleiterkrankungen und gleichzeitig eingenommenen Medikamenten ab. Maßgeblich sind die ärztliche Verordnung und die Packungsbeilage des konkreten Präparats. Die Dosierung sollte nicht selbstständig erhöht und Sildenafil nicht mit anderen Potenzmitteln kombiniert werden.

Wann darf Sildenafil nicht eingenommen werden?

Sildenafil darf nicht zusammen mit Nitraten beziehungsweise Stickstoffmonoxid-Donatoren eingenommen werden. Dazu gehören bestimmte Medikamente gegen Angina pectoris sowie sogenannte Poppers. Die Kombination kann einen gefährlichen Blutdruckabfall verursachen. Auch die Kombination mit Guanylatcyclase-Stimulatoren wie Riociguat ist kontraindiziert.

Weitere Erkrankungen können gegen eine Einnahme sprechen oder eine besondere ärztliche Prüfung erfordern, etwa schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ausgeprägter niedriger Blutdruck, bestimmte Augenkrankheiten sowie schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.

Mögliche Nebenwirkungen

Zu häufig berichteten Beschwerden gehören Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Verdauungsbeschwerden, verstopfte Nase, Schwindel und vorübergehende Sehstörungen. Die vollständige Auflistung und Häufigkeit stehen in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats.

Bei einer schmerzhaften oder länger als etwa vier Stunden anhaltenden Erektion ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich. Plötzlicher Seh- oder Hörverlust muss ebenfalls dringend abgeklärt werden.

Warum die Ursache trotzdem geklärt werden sollte

Wiederkehrende Erektionsprobleme können unter anderem mit Diabetes, Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen, hormonellen Veränderungen, Medikamenten oder psychischer Belastung zusammenhängen. Sildenafil kann Symptome beeinflussen, ersetzt aber keine Untersuchung der zugrunde liegenden Ursache.

Sildenafil ist verschreibungspflichtig. Diese Informationen ersetzen weder die Packungsbeilage noch eine persönliche ärztliche oder pharmazeutische Beratung.

Quellen