Beim Kauf von Arzneimitteln im Internet ist nicht allein ein professionelles Design entscheidend. Legale Versandapotheken müssen behördlich zugelassen beziehungsweise registriert sein und bestimmte Angaben transparent machen. Besonders bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und häufig gefälschten Produkten wie Potenzmitteln ist eine sorgfältige Prüfung wichtig.
1. Das gemeinsame EU-Sicherheitslogo prüfen
Legale Online-Anbieter von Arzneimitteln in der Europäischen Union verwenden ein gemeinsames Sicherheitslogo. Das Logo enthält die Flagge des Landes, in dem der Anbieter registriert ist. Entscheidend ist nicht nur, dass ein Bild des Logos angezeigt wird: Es muss anklickbar sein.
Nach dem Anklicken muss die Website der zuständigen nationalen Behörde erscheinen. Dort sollte genau der besuchte Anbieter aufgeführt sein. Prüfen Sie Name, Internetadresse und Betreiberangaben. Führt das Logo nur auf eine interne Shopseite, auf ein Bild oder auf einen nicht passenden Registereintrag, ist das kein ausreichender Nachweis.
2. Eintrag im Versandhandels-Register
Für in Deutschland ansässige Anbieter führt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte das Versandhandels-Register. Das BfArM empfiehlt, den Anbieter dort zu überprüfen. Bei einem Anbieter aus einem anderen EU-Land führt das Sicherheitslogo zum Register der dort zuständigen Behörde.
3. Vollständige Betreiber- und Kontaktdaten
- vollständiger Name und ladungsfähige Anschrift
- verantwortliche Apotheke beziehungsweise verantwortliche Person
- zuständige Aufsichtsbehörde und berufsrechtliche Angaben
- erreichbarer Kundenservice und pharmazeutische Beratung
- Datenschutz, AGB, Widerrufs- und Versandinformationen
Widersprüchliche Namen, nicht funktionierende Kontaktdaten oder eine reine Freemail-Adresse ohne nachvollziehbaren Betreiber sind Warnsignale.
4. Vorsicht bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ohne Rezept
Wenn ein Shop verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne gültiges Rezept und ohne echte ärztliche Prüfung anbietet, sollte nicht bestellt werden. Auch Aussagen wie „garantiert ohne Nebenwirkungen“, „100 Prozent sicher“ oder „stärker als das Original“ sind unseriös.
5. Produktinformationen und Beratung
Seriöse Anbieter stellen klare Informationen zu Wirkstoff, Stärke, Packungsgröße, Risiken und Anwendung bereit und ermöglichen pharmazeutische Rückfragen. Werbung darf Pflichtinformationen nicht ersetzen. Bei ungewöhnlich niedrigen Preisen, fehlender Packungsbeilage oder unklarer Herkunft ist besondere Vorsicht geboten.
Kurze Prüfliste vor der Bestellung
- EU-Sicherheitslogo anklicken
- Registereintrag und Domain vergleichen
- Impressum und Betreiber prüfen
- Rezeptpflicht beachten
- bei Zweifeln nicht bestellen und eine Apotheke oder Arztpraxis fragen
Lesen Sie ergänzend Warum Potenzmittel verschreibungspflichtig sind und Wann Erektionsprobleme ärztlich abgeklärt werden sollten.
Quellen und weiterführende Informationen
- BfArM: Arzneimittelfälschungen und Arzneimittelkauf im Internet
- BfArM/EU-Kommission: EU-Logo – Medikamente online kaufen
Redaktioneller Hinweis: Registereinträge und rechtliche Anforderungen können sich ändern. Prüfen Sie den Anbieter unmittelbar vor jeder Bestellung bei der zuständigen Behörde. Stand: September 2026.
